Berlin ist bekannt für seine urigen Eckkneipen und Dönerbuden, aber seit der Einheit prägt eine andere gastronomische Kategorie das Bild der deutschen Hauptstadt: das CAFE. Von den ca. 13.000 Gastronomiebetrieben der Stadt sind "gefühlte" 50 % gastronomische Einrichtungen mit überwiegendem Kaffee-Ausschank. Zwar untergliedert die Statistik nicht in verschiedene Sparten, aber es gibt gleich mehrere Trends, die den Führungsanspruch des Cafes untersetzen.
Der Wichtigste ist ihre Präsenz an den touristischen und gesellschaftlichen Punkten der Stadt. Berlin ist nicht nur seit zwanzig Jahren wieder die gesamtdeutsche Hauptstadt, sondern seit der Jahrtausendwende auch das Tourismus-Mekka in Deutschland.

Verweilen in der Stadt

Ob Potsdamer Platz, Tauentzien oder Friedrichstraße - überall, wo der Tourist vorbei kommt, lädt ihn ein CAFE zum Verweilen ein. "Easy Come" und "Easy Go" - die lockere Form der Gastronomie kommt bei den Flaneuren gut an. Viele Cafes verfügen zudem über eine stylische Aufmachung, die aus dem altehrwürdigen Kaffee-Haus einen neuen Typ von CAFE geschaffen hat. So sitzen die Gäste in einem Ambiente, das meist einen Aspekt der Umgebung aufnimmt (z.B. das Thema "Film" am Marlen-Dietrich-Platz), können kurz vom Bummel ausruhen und dabei weiter das Treiben in der Metropole beobachten. Das Markenzeichen dieser modernen Kaffeehäuser ist die Open-Air-Variante - der Platz auf der Straße, mittendrin statt nur dabei. Im Sommer ist es angenehm, in der Sonne zu sitzen, in den kühleren Jahreszeiten sorgen Wärmestrahler für einen angenehmen Aufenthalt.

Die Entwicklung der Branche

Das Umdenken in der Kaffee-Kultur trifft insbesondere auf die Franchise-Marken wie Subway, Coffee-Shop oder auch den Branchenriesen McDonald zu, die den neuen Markt mit Qualität und ihren ureigenen Vorteilen im Kundenservice besetzt haben. Schon bald wird in Berlin sogar das erste Weltbekannte Organo Gold Cafe eröffnet, direkt am Brandenburger Tor. Auf der anderen Seite hat fast jede Bäckerei in Berlin mittlerweile einen Cafe-Teil. Auch der gute alte Kaffee selbst hat sich verändert. Heute gibt es italienische Trendspezialitäten aus modernen High-Tech Kaffeemaschinen, die keine Wünsche offen lassen. Wer nicht frisch brüht, ist "out".

Die Szene in Berlin

In den berühmten Szene-Vierteln von Berlin, die ja besondere Touristen-Magneten sind, reiht sich eine Cafeteria an die andere. Ganze Straßenzüge sind im bunten Wechsel mit Restaurants, Bars oder auch Kneipen gefüllt. Das ist im Szene-Bezirk des Ostens Prenzlauer Berg genau so wie im Szene-Bezirk des Westens Kreuzberg und neuerdings auch in der Gegend zwischen Ostkreuz und Warschauer Straße. Hier hat sich ein urbaner Raum entwickelt, der vom Durchschnittsalter der Bewohner her der "jüngste" in Berlin ist, und entsprechend reichhaltig über alternative Einrichtungen verfügt. Dazu kommen noch Hunderte Cafes in Mitte.